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Eigentlich ging es nicht nach Primosten, sondern in die Marina Kremik.
Aber viele verbinden die Marina und den Ort miteinander, was sich aber als nicht wirklich wahr herausstellen sollte.
Am Morgen war die Skipperbesprechung auf der „Prominea“.  Während wir die Tagesplanung mit der Ankerbucht besprochen haben, warf Dirk von der „Moneta“ gleich ein, dass seine Crew den Vormittag noch in Skradin verbringen möchte und er deshalb die Ankerbucht auslassen werde. Ich hatte mir den Wetterbericht des Tages aus dem Internet angeschaut und hatte darauf hingewiesen, dass es gegen Abend kräftig „kacheln“ wird. Anfangs wollten wir in Primosten direkt an das Bojenfeld gehen, aber ich hielt es für besser in der Marina Kremik etwa 1,5 sm südlich von Primosten fest zu machen.Dekadenz
Gemütlich ging es dann aus dem Kanal Richtung Sibenik und weiter in die Ankerbucht östlich von der Insel Zlarin. Die „Lana“ war schon vor Ort und auch die „Gita“ gesellte sich dann zu uns. Die Kinder schwammen im warmen Meer und Billy das jüngste Crewmitglied der „Lana“ versuchte sich im angeln von Meeresbrassen.
Später machten wir dann wieder „Anker auf“ und verließen die Bucht in Richtung Primosten. Gerade just in dem Moment fuhr die „Moneta“ an uns vorbei und alle segelten gemeinsam nach Primosten.
Wie Ralph und Tanja, Crewmitglieder der „Moneta“ später berichteten wurden sie Zeuge eines Schauspiels der besonderen Art. Oberhalb von Skradin konnten wir bei der Ausfahrt schon leichten Rauch aufsteigen sehen, der sich im weiteren Verlauf zu einem ziemlich großen Waldbrand ausdehnte. Leider sind in Kroatien im Sommer solche Brände fast an der Tagesordnung und deshalb besitzt die Feuerwehr dort  Löschflugzeuge. Bei einem  dieser Einsätze wurde dann die Crew der „Moneta“ Zeuge. An dem Tag zuvor beschriebenen See, flog das Löschflugzeug dicht über die Oberfläche und tankte dabei Frischwasser auf, dass es dann kurze Zeit später über den Bränden oberhalb Skradins wieder in einem großen Schwall entließ.
Wie ich am Morgen bei der Skipperbesprechung erwähnte, „frischte“ der Wind immer weiter auf. Das segeln wurde immer besser und schon bald hatten wir über 10 Kn auf der Logge. Bei einer 50 ft Yacht nichts Besonderes. Gleichzeitig zum Wind der aus S-SW auf das kroatische Festland traf, kamen aber auch die Wellen aus der gleichen Richtung. Diese hatten sich dann auch schon auf über 2m aufgetürmt.
Im Prinzip sind 2m nicht wirklich hoch, doch für Kai das Crewmitglied der „Gita“ der nie zuvor segeln war sind solche Bedingungen schon ungewöhnlich. Der plötzliche Wellengang und das zuvor gegessene machten seinen Magen dann ordentlich zu schaffen und der Inhalt schlug somit den weg „Rückwärts“ wieder ein. Nach seinen Aussagen nicht wirklich erwähnenswert, aber der „1a-Yachtcharter Flottillen Wanderpokal“ musste ja einen neuen Abnehmer finden.
In der Marina Kremik wurde es dann noch einmal spannend. Mit gut 30 Kn Fallwinden mussten alle Yachten sauber an Schwimmstegen anlegen. Wir fuhren als erstes in die Marina und kündigten beim Marinero, der am ersten Steg stand weiter Boote der Flottille an. Die Fallböen machten allen zu schaffen, aber gemeinsam und ohne Hektik haben wir dann die Boote sicher an die Stege gebracht.Marina Kremik
Obwohl wir uns darauf geeinigt hatten, an diesem Abend selbst zu kochen, wollten alle noch die Stadt Primosten erkunden. Jedoch wurde das mehr oder weniger ein Abenteuer. Mein erster Gedanke war, dass wir die rund 3 km gut zu Fuß erledigen konnten und dann den Rückweg evtl. mit dem Bus fahren würden. Als wir aber den Fußweg nach Primosten suchten fanden wir uns auf der Hauptstraße, vergleichbar mit einer Bundesstraße, wieder. Mein zweiter Gedanke war, O.K. dann halt hin und zurück mit dem Bus. Aber wo fährt hier der Bus? Gibt es überhaupt einen Bus in dieser Gegend? Und vor allem, wussten die Menschen hier überhaupt was ein Bus ist?
Also doch kein Bus, ein Taxi musste her. Ein Taxi? Hier standen 28 Personen, wie sollen die alle in ein Taxi passen?
Ein kurzes Krisengespräch mit meinem Co-Skipper „Olli“ auf den man sich immer verlassen kann 🙂 Er lief dann den Weg zurück in die Marina und kam kurze Zeit später wieder. „Kein Problem“, sagte er und keine 3 min. später fuhren aus allen Richtungen drei Großraum Taxen heran. Für den Rückweg organisierten wir gleich den Transport und so konnten wir ohne uns großartig Gedanken zu machen Primosten erkunden.Primosten
Hier blies der Wind im Übrigen schon mit etwa 40 Kn und die Yachten an den Bojen tanzten ganz ordentlich in den Wellen. Ich war froh in der Marina Kremik zu liegen, denn das anlanden mit dem Dingi wäre bei dem Wellengang fast unmöglich gewesen.
Vor der Rückfahrt gönnten wir uns noch einen „Caipi“ und bevor es dunkel wurde waren wir wieder an Bord zum kochen.
Der spätere Abend wurde dann durch die Wanderpokalübergabe auf der „Gita“ versüßt und es war schon nach Mitternacht bevor wir die Yacht verließen.

Viele Grüße Kai

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