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Endlich an der Boje in Kakan.
Was war passiert? Das Tagesziel hieß eigentlich Zirje mit der Bucht Tratinska,
jedoch lies der „Jugo“ im laufe des Vormittags nicht nach. Ich hatte erwartet das weniger Schwell in der Bucht gewesen wäre, aber selbst am Nachmittag rollten die Wellen aus Süden noch mit ca. 1m Höhe dort hinein. Aus diesem Grund hatte ich mir  am Morgen schon eine Alternative ausgedacht, wollte aber niemanden beunruhigen und behielt das erst einmal für mich.
Am heutigen Morgen folgte  Niklas von der „Gita“ zur Skipperbesprechung. Er würde heute gerne bei uns mit segeln, wenn ich das erlauben würde.
Ich überlegte kurz ob es noch etwas zu tun gab auf unserem Kahn und dachte das man zum Deck schruppen immer jemanden gebrauchen konnte 😐
Nein, Spaß beiseite ich hieß Niklas herzlich Willkommen bat ihn aber seine Rettungsweste mit zu bringen, für alle Fälle.
Bei der Besprechung erklärte ich allen das es ab heute bis zum Ende der Flottille in die Kornaten geht. Dieser wunderschöne Naturpark mit seiner Vielzahl von Inseln ist ein „Muss“ wenn man schon in dieser Gegend segelt, setzt aber voraus, dass man sich gut vorbereitet. Insgesamt sind wir dann gute fünf Tage ohne richtige Versorgungsmöglichkeit. Es gibt zwar den einen oder anderen Minimarket zwischendurch, doch ist das Angebot sehr begrenzt.
Vor allem beim Wasservorrat musste Obacht gegeben und ständig geprüft werden.
Außerdem konnte man hier in Vodice die verbilligten Eintrittskarten für den Kornati Nationalpark erwerben. Was man unbedingt machen sollte, denn wir würden auf jeden Fall den Eintritt bezahlen müssen.
Nachdem alle Vorräte geprüft und aufgefüllt wurden ging es auch schon raus in Richtung Kornaten zur Insel Zirje.
Wie schon geschrieben konnten wir sehr gut segeln, der „Jugo“ hatte eine stärke von 4- 5 Bft und wir konnten die 10 Kn locker erreichen. Niklas gefiel das anscheint sehr gut und er staunte nicht schlecht als wir mit etwa 30° Lage und Wasser über der Süllkante durchs Wasser schnitten.
„Wow, so schräg und so schnell waren wir noch nie!“, waren seine Worte 🙂
Der Weg nach Zirje war nicht sehr weit und am frühen Nachmittag hatten wir schon die offene Adria vor uns. Bei der Geschwindigkeit die wir segelten hätten alle nichts dagegen gehabt bis nach Italien durch zu segeln.
Da kam aber schon der Funkspruch der „Gita“ die nicht wie wir noch auf der Adria segelten. „In der Bucht ist ziemlich hoher Schwell, das geht so nicht. Was nun?“, hörte ich Dirks sorgenvolle Stimme durch den Lautsprecher.
Olli kam mit dem „Beständig“ auf mich zu und man konnte deutlich sehen dass die Wellen genau in die Bucht liefen. Ich hatte ja gehofft dass es weniger werden würde, aber da es noch früh war konnten wir schnell umplanen. Ich erklärte Olli das ich mir diese Situation heute Morgen schon gedacht hatte. Und wir könnten dann die etwa halbe Stunde zurück um die Insel Zirje segeln um nach Kaprije an eine Boje zu gehen. Die Idee fand auch er sehr gut und der Plan wurde  sofort über Funk an die anderen Boote übermittelt sodass wir uns dann eine Stunde später in Kaprije treffen wollten.
Jetzt überstürzten sich aber die Ereignisse, und ich musste Olli vom Co-Skipper zum Funker umfunktionieren. Dirk, der Skipper der „Moneta“ hatte Probleme über Funk gemeldet, „Ich habe ein Fischernetz unter dem Kiel“.  Ein Alptraum jedes Skippers, wir wussten auch nicht genau ob er unter Motor oder ob er unter Segel unterwegs war. Unter Segel sind die Schäden oftmals eher gering, aber unter Motor kann sich das ganze Netz um die Schraube wickeln und bei dem beschriebenen Wellengang wäre ein Tauchversuch, um das Netz frei zu schneiden sehr gefährlich.
Dirk wolle  versuchen sich selbst zu befreien teilte er uns über Funk mit, wir blieben aber trotzdem in der Nähe um nötigenfalls Hilfe leisten zu können.
Nach einer viertel Stunde meldet sich dann Dirk wieder, „Ich konnte wenden und einfach wieder zurück segeln“, klang er sichtlich erleichtert.
Zwischen den beiden kleinen Inseln wollte ich dann noch einmal angeln, um für das Abendessen zu sorgen. Zeit war genug und gegen einen großen Fisch hatte keiner etwas. Die „Moneta“ fuhr schon weiter Richtung Kaprije um sich an eine Boje zu legen. Wir folgten eine halbe Stunde später, natürlich ohne Fisch.
Bei der Ankunft in Kaprije kam uns aber die „Moneta“ schon entgegen. Dirk erklärte uns, dass keine ausreichende Anzahl an Bojen mehr zur Verfügung stand.
Das hat man nun davon wenn man zwischendurch noch jagen geht 🙂
Glücklicherweise lag aber gegenüber der Insel Kaprije, die Insel Kakan und dort gab es laut „Beständig“ ausreichend Bojen. Und wir hatten dann auch die vorletzte. 😯
Dann präparierten wir sofort das Boot. Die Kinder wollten unbedingt vom Großbaum springen. Vom Großbaum war mir dann aber etwas zu gefährlich und ich machte einen Vorschlag als Kompromiss. Wir würden komplett zur Seite ausbaumen, die „Dirk“ anziehen, damit der Baum etwas höher steht. Einen Bullenstander setzen und am Baumnock eine Leine befestigen damit die Kinder sich von der Steuerbordseite ins Wasser schwingen konnte. Ich hatte mich schon auf einige Minuten Erklärung des ganzen Vorhabens eingestellt. Aber die Kinder verstanden sofort alles und ehe ich mich versah wurde gewinscht, gekurbelt, Leinen gespannt und alles vorbereitet.
Arie baute am Ende des „Tarzanseils“ eine „Affenfaust“ zum schwingen und schon sprangen die Kinder ins Wasser.
Irgendwann am Abend kam Dirk von der „Gita“ mit dem Dingi, um kleinen Niklas ab zu holen. Die „Gita“ Crew wollte zu Abend essen und wir hatten mit unseren Kochkünsten auch schon begonnen. Den Abend nutzten wir dann für schöne Gespräche im Kerzenschein und genossen die warme Nacht in der schönen Ankerbucht von Kakan.

Viele Grüße Kai

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