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Heute wartete der Nationalpark Kornati auf uns. Alle Flottillen Teilnehmer hatten sich in Vodice schon für etwa die Hälfte des eigentlichen Eintrittspreises

des Naturparks, die Karten gekauft. Es sollte eigentlich ein entspannter Segeltag mit dem schönen Abschluß einer Sternenwanderung werden. Ich hatte am Morgen Olli erklärt das wir uns am Abend auf dem Berg neben der Marina begeben wollen, um uns von ihm einen kleinen Vortrag über die Sterne und die Sternenbilder anzuhören. „Eh, wie, ich bin doch gar nicht vorbereitet?“, eine eher schlecht Ausrede von ihm und hat ja auch nichts genützt 🙂
Schließlich war ich der Skipper und wenn er nicht den ganzen Weg hätte rudern wollen mußte er zu sagen.  Ich konnte sogar die klitzekleinen Schweißperlen auf seiner Stirn entdecken, als sein Gehirn das vor ihm liegende zu verarbeiten versuchte.
Dann nach dem Frühstück stieg ich ins Dingi um die anderen Yachten über die weitere Planung zu unterrichten. „Seid vorsichtig bei der Einfahrt in die Marina, dort ist es an der Steuerbordseite, sehr flach und es gibt bei der Einfahrt in die Kornaten noch zwei drei „Mini Inseln“, haltet Ausschau“ waren meine wahrnenden Worte. „Hier könnt Ihr auch die Flaschenpost der Kinder gut weg werfen. Es geht gegenan und wir müssen Hochkreuzen. Ein großer Schlag auf die Adria und die Flasche treibt vielleicht sogar ins Mittelmeer.“ Dann verabschiedete ich mich und wünschte einen schönen Segeltag.
Die Flaschenpost hatten wir zuhause schon vorbereitet, schöne bunte Vorlagen die dann in eine PET-Flasche gerollt werden konnten. Natürlich sollten alle Kinder die Flaschenpost selbst schreiben. Während das schreiben in deutsch bei allen problemlos klappte, musste bei Englisch, Französisch und weiteren Spachen, die Eltern mit helfen.
Während wir also gemütlich aus der Bucht von Kakan segelten, bereiteten die Kinder ihre Flaschenpost vor.
Und bevor ich das vergesse, Niklas von der „Gita“ wollte gerne noch einmal mit uns fahren und wurde vom Papa mit dem Dingi zu uns gebracht. Die „Jungs“, harmonierten auch wirklich super und hatten sehr viel Spaß.
Mittags bereiteten Frauke und Arie wieder „Stullen“ vor, die wir beim aufkreuzen in den Norden schnell „verdrückten“.
Etwa 4-5 sm von der Küste der Kornaten sollten nun die Flaschenpost ins Wasser geworfen werden. Natürlich hielten wir das mit einem Foto fest und wir verfolgten die Flaschen, bis sie vom Wellengang und der Gischt nicht mehr erkennbar waren.
Wir machten in Piskera direkt neben der „Gita“ fest und weil der Wind kanppe 20 Kn auf den Buck drückte musste das Anlegen recht zügig von statten gehen. Mit dem Bugstrahlruder noch Arie beim Muringleinen auf der Klampe belegen unterstützt und fest waren wir. Zum Schluß lief die „Moneta“ ein und auch Dirk hatte das Problem mit dem Wind auf den Buck. Aber nicht nur das, er hatte die letzte Muring am Steg bekommen und das Problem daran ist, dass der Marinero der die Muringleine angibt und dabei etwas hochziehen muss nicht weit genug nach Aussen kommt. Schließlich ist der Steg dort ja zu Ende. Also die Muringleine musste an der Steuerbordseite beim rückwärts Einfahren angenommen werden. Leider war der Steg schon zu Ende und das Boot ist durch den Wind auch etwas versetzt worden. Und was macht der Marinero? Anstatt die Muringleine los zulassen damit diese wieder absinkt und Dirk vernüftig aufstoppen hätten können hielt er die Muring noch höher. Da Dirk aber immer noch zu viel Fahrt achteraus hatte, mußte er trotzdem die Maschiene einkuppel und vorwärts Fahrt geben. Das unvermeitlich geschah und die Muring saß in der Schraube. Aber nicht nur das, die Achterleinen waren noch gar nicht am Steg und die Yacht trieb immer weiter ab. Der Motor war inzwischen, aufgrund der eingezogenen Muring ausgegangen.
Jetzt war schnelle Hilfe angesagt. Ich sprang mit Olli von unserem Boot und wir nahmen sofort die Achterleinen an. Wir belegten die „Moneta“ vorerst provisorisch und Ralph belegte vorne mit dem noch vorhanden Muringleinenstück. So lag die Yacht erst einmal sicher und wir konnten beratschlagen was zu tun war.
Dirk und ich holten unsere Schnorchelausrüstung und wir sprangen mit „gezückten“ Messern ins Wasser, um den Schaden überhaupt zu begutachten.
Ok, das war machbar. Die Muring hatte sich etwa 5 Törn um die Welle gedreht, leider so, dass es Überläufer gab und sich die Leine selbst verschnürrte. Glücklicherweise hatte ich mein Messer vorher geschärft und so tauchten wir abwechselnd, jeweils durch den anderen gesichert, zu der Schraube um diese von der Muringleine zu befreien.
Nach einer knappen Stunde, hatten wir es geschafft und die Schraube war frei und ich sah aus wie ein Schlumpf. Die Yachten werden Jährlich mit einer spezial Farbe angestrichen, damit keine Muscheln oder andere Meeresbewohner sich an den Rumpf befestigen. Leider ist diese Farbe   weich und nicht wischfest, dass man beim überwischen die Farbe sofort an den Fingern hat. Beim tauchen unter dem Boot kommt aber dazu das, dass Boot selbst eine auf und ab Bewegung macht und mein „massiger“ Körper selbst eine Auftriebwirkung hat. Mein Kopf klopfte also ständig an das Boot und wusch damit die Farbe ab, die sich dann auf meinem mit wenig Haaren bedecktem Kopf verewigte.
Die Kinder der anderen Yachten bekamen davon nichts mit, denn am Ende der Marina ist ein „durchlaß“ zur Adria mit einer Tiefe von etwa 0,5m dort wurde mit den aufgepummten Gummitierchen ausgelassen gespielt.
Als die größte Aufregung vorbei war, machte ich noch schnell den Termin für den heutigen Abend 22.00 Uhr fest, damit alle die an der Sternenwanderung, hinauf auf dem vorliegenden Berg , teilnehmen wollten auch bereit waren.
Wir kochten wieder an Bord und nach dem Abwasch war es schon fast soweit.
Für die Nachtwanderung hatten wir aus Deutschland extra LED-Taschenlampen im Auftrag von 1a-Yachtcharter besorgt und diese vor der Wanderung verteilt.
Etwa 60m ist der Hausberg hoch und im dunkeln können die teils Ziegelstein großen und scharfen Steine tückisch sein. Beim erklimmen entdeckten dann die Kinder die ein oder ander Grille und bei einem Tier war das Kreischen dann sogar ziemlich groß. Eine Spinne die für meine Unkenntniss auch schon bedrohlich wirkte sitze auf einem kleinen Stein und schaute uns mit den Kulleraugen an. Lennart wollte die Spinne auf die Hand nehmen, doch ich meinte, dass diese Aktion hier mitten im nirgendwo nicht wirklich zu empfehlen ist. Ich hatte zwar keine Ahnung ob die Spinne agressiv oder sogar giftig ist. Aber selbst ein Biss könnte sich entzünden und das wäre mit Sicherheit kein Spaß gewesen.
Als wir den Berg endlich erklommen hatten war es schon sehr dunkel, der Mond war noch nicht aufgegangen und unsere Taschenlampen erhellten die Umgebung. Olli bat darum die Taschenlampen auszuschalten und einige Minuten zu warten damit sich die Augen an die Dunkerlheit gewöhnen. Nach einem kurzen Augenblick fing er mit seiner Vorstellung an und erzählte von der Milchstraße der Venus dem Polarstern und den großen sichtbaren Sternenbildern. Es war toll ihm zu zuhören und er beantwortete viele Fragen der Kinder, die förmlich nach wissen dursteten. „Astrophysik live“ ist auch wirklich eine spannende Geschichte.

Viele Grüße Kai

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